Antworten auf häufig gestellte Fragen

Warum haben Sie sich für ein unbeschränktes Anlageuniversum entschieden? 

Bei der Suche nach Substanz geht es nicht um Regionen, Sektoren oder Themen. Ausschlaggebendes Kriterium ist der Preis, der für ein bestimmtes Anlageobjekt zu zahlen ist. Die Grösse des Anlageuniversums erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt irgendwo eine vielversprechende Anlagemöglichkeit gefunden wird. Für einen substanzorientierten Anleger ist es gerade in Zeiten boomender Finanzmärkte besonders wichtig, auf ein unbeschränktes Anlageuniversum zurückgreifen zu können, denn derartige Rahmenbedingungen erschweren die Suche nach geeigneten Anlageobjekten. 

Wie können Sie die gesamte Welt abdecken? 

Wir sehen unsere Aufgabe nicht darin, die Welt „abzudecken“. Wer dies beabsichtigt, dem stehen zahlreiche Indexfonds, börsengehandelte Fonds (ETFs) und konventionelle offene Investmentfonds zur Verfügung. Als klassische substanzorientierte Kapitalanleger machen wir uns dagegen auf die Suche, um in diesem breiten Universum spezifische unterbewertete Anlageobjekte zu „entdecken“. 

Wie finden Sie Anlagekandidaten? 

Wir betrachten unsere Art der Recherche als „Handwerk“. Unsere Strategie für die Auswahl von Anlageobjekten erlaubt keine bequemen Abkürzungen. Wir verfügen über keine magischen Formeln, geheime quantitative Filter oder besondere „Beziehungen“, um die besten Anlagemöglichkeiten ausfindig zu machen. Unsere Anlageauswahl beruht im Wesentlichen auf einer Kombination aus gesundem Menschenverstand, Unvoreingenommenheit, Neugier, Kreativität, einem systematischen Denkprozess und – vor allem – harter Arbeit. Siehe auch Auswahlprozess. 

Sprechen Sie mit Vertretern der Unternehmensleitung und besuchen Sie Unternehmen? 

In seltenen Fällen kommt dies vor, aber üblicherweise stützen wir uns bei der Analyse auf die Informationen aus den von den Unternehmen bei den Aufsichtsbehörden eingereichten Unterlagen sowie aus Presseberichten, Branchenpublikationen usw. Ein direkter Kontakt mit der Unternehmensleitung birgt generell die Gefahr einer zu positiven Einstellung gegenüber dem analysierten Unternehmen, da jede Form von persönlichem Kontakt immer eine subjektive Angelegenheit ist und derartige Besuche naturgemäss von der Unternehmensleitung dazu genutzt werden, sich und ihr Unternehmen im bestmöglichen Licht erscheinen zu lassen. Aus reinem Eigennutz als Anleger ist es uns lieber, wenn das Management seine Arbeit macht, anstatt mit Investor Relations „Zeit zu verschwenden“. Wir haben ausserdem die Erfahrung gemacht, dass es sich einfach nicht lohnt, Zeit in den Besuch eines Unternehmens zu investieren, weil wir in den seltensten Fällen ausreichende Einblicke erhalten, die für unsere Analyse relevant sind. In den meisten Fällen ist es eher so, dass wir zum einen Dinge erfahren, die zwar interessant sein mögen, aber für die Analyse nicht entscheidend sind, oder zum anderen Dinge wissen wollen, die uns die Unternehmensleitung nicht offen legen muss (beispielsweise Informationen über Budgets, Unternehmenspläne, strategische oder Wettbewerbsangelegenheiten). 

Wie hoch ist die Umschichtung bei Ihren Portfolios? / Wann verkaufen Sie? 

Die Umschichtung unserer Portfolios ist sehr gering. Kreditinstrumente (Anleihen) werden üblicherweise bis zur Fälligkeit gehalten. Aktien werden nur verkauft, wenn (1) der aktuelle Kurs so weit gestiegen ist, dass er dem fairen Wert entspricht, (2) wir erkennen, dass die dem Investment zugrundeliegenden Annahmen nicht mehr richtig sind oder wir bei der Analyse einen Fehler gemacht haben und (3) wir eine noch bessere Anlagemöglichkeit gefunden haben. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen liegt die Umschichtung bei den Beteiligungspapieren zwischen 10 und 20 %, was einer durchschnittlichen Haltedauer von 5 bis 10 Jahren entspricht. 

Wie steuern Sie Risiken? 

Bei festverzinslichen Papieren bemühen wir uns um die Steuerung von Laufzeit- und Bonitätsrisiken. Zum Risikomanagement bei Aktien investieren wir nur in Papiere, die zu einem Kurs erworben werden können, der signifikant unter unserer Einschätzung ihres tatsächlichen wirtschaftlichen Wertes liegt. Auf diese Weise bauen wir eine Sicherheitsmarge ein, die als Polster für allgemeine wirtschaftliche sowie für unternehmensspezifische Risiken dient, die wir als Anleger einzugehen bereit sind. 
Abgesehen von dieser Sicherheitsmarge legen wir Wert auf eine diversifizierte Portfoliostruktur. Anders als bei konventionellen Anlegern ergibt sich die Diversifizierung bei uns allerdings nicht aus Risikostreuungsüberlegungen per se, sondern als reine Funktion der Anzahl Anlagemöglichkeiten, die uns kaufenswert erscheinen. 

Sichern Sie Marktrisiken ab? 

Nein. Grundsätzlich beruht unser Risikomanagement auf der Analyse der einzelnen Wertschriften, in die wir investieren, und nicht auf der Entwicklung der Finanzmärkte generell. Unsere durchschnittliche Haltedauer ist zu lang, als dass kurz- bis mittelfristige Hedging-Strategien Sinn machen würden. Diese Philosophie gilt für Währungs-, Zins- und Aktienmärkte. 

Wonach richtet sich die Anzahl der Positionen im Aktienteil eines Portfolios? 

Dies ist eine Funktion des jeweiligen Anlagevolumens, den Vorgaben des spezifischen Anlagemandats sowie der Attraktivität der verfügbaren Anlageobjekte. Die genannte Bandbreite von 20 bis 70 Aktienpositionen hat nichts Magisches an sich. Angesichts unseres weltweiten Anlageuniversums hat unsere Erfahrung gezeigt, dass ein Portfolio mit weniger als 20 Positionen den Spielraum unnötig einschränkt, während das 71. Papier nur in den seltensten Fällen einen besonderen Vorteil mit sich bringt, den keine der bereits vorhandenen 70 Positionen im Portfolio bieten kann. 
Warum etablieren Sie mehr oder weniger gleiche Gewichtungen beim Aufbau eines neuen Portfolios? 
Wir versuchen nur die Tatsache und das Ausmass der Unterbewertung der von uns ausgewählten Aktien zu bestimmen. Aber natürlich wissen wir nicht, wann diese Unterbewertung vom Markt korrigiert wird. 

Wie erkenne ich, ob dieser Anlagestil etwas für mich sein könnte? 

  • Sie haben einen langfristigen Anlagehorizont (mindestens fünf Jahre).
  • Sie geraten bei kurzfristigen Schwankungen der Finanzmärkte nicht in Panik.
  • Sie haben nichts dagegen, wenn Ihr Geld in Wertschriften von weniger bekannten Unternehmen angelegt wird. 
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